unitb · KI-Workshop · Halbtag 1

Willkommen.

Montag, 13.07.2026  ·  vor Ort
Das Ziel

Am Ende des Tages hat jeder von euch einen laufenden Agenten.

01
Er liest euer echtes Jira-Ticket.
02
Er findet die Lücken und stellt die Rückfragen.
03
Er liefert Plan und Aufwandsschätzung.
Der Nachmittag

Agenda.

01
Einleitung und Terminologie
02
Kontext
03
Agenten planen
04
Agenten bauen
05
Abschluss
Spielregeln

So arbeiten wir heute.

01
Alle bauen mit, niemand schaut nur zu.
02
Jede Frage ist erlaubt.
03
Gemeinsam statt frontal.
04
Ziel ist Lernen, kein Bewerten.
Vorstellungsrunde

Wer seid ihr?

01
Name
02
Aktuelles Projekt
03
„Was nervt dich an Claude am meisten, oder was begeistert dich?“
Kapitel 1

Gemeinsame Sprache.

Begriff 1 von 6
CLAUDE.md
?
Wer erklärt’s? Wofür braucht man’s?
Definition
Das Gedächtnis eures Projekts: die eine Datei, die Claude bei jedem Start automatisch liest.
Wie eine README, nur für Claude: die Spielregeln des Projekts
Kontext, Anweisungen, relevante Pfade
Liegt im Projekt und wird immer geladen
Begriff 2 von 6
Agent
?
Wer erklärt’s? Wofür braucht man’s?
Definition
Ein Agent agiert selbstständig mit den freigegebenen Werkzeugen und dem Kontext, um Aktionen auszuführen.
Eigene Rolle, eigener Kontext
Interpretiert selbstständig und nutzt Werkzeuge
Hat Spielraum, kein fest verdrahteter Ablauf
Liefert ein Ergebnis zur Abnahme
Begriff 3 von 6
Skill
?
Wer erklärt’s? Wofür braucht man’s?
Definition
Eine klar definierte Anleitung für eine bestimmte Aufgabe.
Beschreibt ein Vorgehen, wie eine Rezeptkarte
Wird geladen, wenn die Aufgabe es braucht
Enthält Schritte, Regeln und Stolperfallen
Im Team teilbar
Begriff 4 von 6
Slash-Command
?
Wer erklärt’s? Wofür braucht man’s?
Definition
Der Startknopf: ein kurzer Befehl, der ein gespeichertes Vorgehen sofort auslöst.
/name plus Angaben, fertig
Ruft ein definiertes Vorgehen ab
Nichts neu formulieren, nichts vergessen
Kann im Team geteilt werden
Begriff 5 von 6
MCP-Connector
?
Wer erklärt’s? Wofür braucht man’s?
Definition
Die Verbindung zu euren Systemen: kontrollierter Zugriff auf externe Tools wie Jira, Datenbanken und Co.
Definierte Werkzeuge statt freiem Zugriff
Arbeitet mit euren Rechten
Heute wichtig: der Jira-MCP
Begriff 6 von 6
Workflow
?
Wer erklärt’s? Wofür braucht man’s?
Definition
Die Arbeitskette: mehrere Schritte und Werkzeuge, die zusammen ein Ergebnis liefern.
Kein Claude-Begriff: gilt für jede Arbeitskette
Klarer Auslöser, klares Ergebnis
Wiederholbar und automatisierbar
Heute: vom Ticket zum fertigen Plan
Gemeinsame Sprache

Die sechs Begriffe auf einen Blick.

01
CLAUDE.md
Das Gedächtnis des Projekts, bei jedem Start gelesen.
02
Agent
Agiert selbstständig mit Werkzeugen und Kontext.
03
Skill
Eine klare Anleitung für eine Aufgabe.
04
Slash-Command
Der Startknopf für ein gespeichertes Vorgehen.
05
MCP-Connector
Die kontrollierte Verbindung zu euren Systemen.
06
Workflow
Die Arbeitskette aus mehreren Schritten.
Kapitel 2

Kontext.

Kontext

Der Use Case aus eurer Standortbestimmung.

Analyst im Verlag. Chefin Lara. Die Investoren-Präsentation. Vier Schritte, wir verbessern die Prompts gemeinsam.
Schritt 1 von 4 · Analyse

Eine belastbare Aussage aus dem Juni-Datensatz holen.

So klingt es oft
Schau mal, was interessant ist.
Was würdet ihr besser machen?
So geht es besser
ZielZeig mir, wo Aufrufe und Abos auseinanderlaufen: welche Artikel viel Reichweite, aber kaum Abos bringen, und umgekehrt. Das Ergebnis muss vor Investoren stehen. KontextDer Juni-Datensatz liegt in daten/artikel-performance-juni.csv. GrenzenNur echte Werte, nichts erfinden.
Warum das besser ist: Eine echte These plus klare Entscheidungen. Genau die Artikel mit viel Reichweite und wenig Abos sind die Investoren-Story.
Schritt 2 von 4 · Visualisierung

Die Aussage sichtbar machen.

So klingt es oft
Visualisiere die Daten bitte.
Was würdet ihr besser machen?
So geht es besser
ZielEine interne Investoren-Präsentation, die Lara direkt zeigen kann. Format16:9 HTML-Präsentation: KPIs oben, darunter sortierbare Tabelle, Abo-Quote farblich markiert, print-tauglich. KontextBasis ist die Auswertung aus Schritt 1. GrenzenZahlen bleiben unverändert.
Warum das besser ist: Layout, Felder, Betonung und Zweck sind entschieden, nicht delegiert.
Schritt 3 von 4 · Branding

Das Ergebnis in die Marke des Verlags bringen.

So klingt es oft
Mach es wie der Verlag aussieht.
Was würdet ihr besser machen?
So geht es besser
ZielBring die Präsentation in die Tagesspiegel-CI. KontextHol dir die CI von der Website: Farben, Schrift etc. FormatLogo in die Kopfzeile. GrenzenDas Logo im Original holen, nicht nachbauen.
Warum das besser ist: Claude weiß, wo die Marke herkommt und was fix bleibt. Nichts wird erfunden.
Schritt 4 von 4 · Reproduzierbarkeit

Den Ablauf jeden Monat wiederholbar machen.

So klingt es oft
Mach es wiederholbar.
Was würdet ihr besser machen?
So geht es besser
ZielBau einen Skill aus dem Ablauf. FormatInput: der frische Monats-Datensatz. Output: die gebrandete Präsentation. GrenzenDesign bleibt fix. Fehlt ein Feld: keine Interpretation, sondern nachfragen. KontextBei jedem Ablauf müssen die neuen Daten bereitstehen, und es wird gefragt, was im Fokus stehen soll.
Warum das besser ist: Aus dem Einmal-Job wird ein Werkzeug. Genau das baut ihr heute mit dem Ticket-Agenten.
Das Framework

Vier Bausteine.

Ziel
Woran merkt Claude, dass es fertig ist?
Format
Wie soll das Ergebnis aussehen?
Kontext
Was muss Claude wissen, und wo findet es das?
Grenzen
Was darf nicht passieren, was bleibt tabu?
Redet mit Claude wie mit einem Kollegen. Die Bausteine sind eure Checkmarks im Hinterkopf.
Kapitel 3

Einen Agenten planen.

Der erste Agent

Warum ein Ticket-Agent?

Ihr kennt Tickets. Jeder hat eins dabei.
01
Ihr startet mit vollem Kontext statt bei null.
02
Lücken und Rückfragen sofort, nicht erst vom Kunden.
03
Die Aufwandsschätzung liefert er gleich mit.
04
Einmal gebaut, für jedes Ticket wiederverwendbar.

Wie geht ihr heute mit einem neuen Ticket um?

Der Standard-Flow

Ein Agent, der jedes Ticket in denselben Rahmen bringt.

Eure Tickets heute
Jedes Ticket sieht anders aus
Von 3 Zeilen bis 8.000 Zeichen
Kriterien mal da, mal nicht
Die Lösung steckt oft in Kommentaren
Der Agent normalisiert
1Ziel
2Kontext und Systeme
3Umsetzungsschritte
4Akzeptanzkriterien
5Offene Fragen und Annahmen
6Grenzen und Abhängigkeiten
Markiert Lücken, stellt Rückfragen.
Je Ticket als Ausgabe
Komplexität1–10
Aufwand klassischh
Aufwand mit KIh
Modell-EmpfehlungOpus / Fable
Korrektur-Feldfür euch
Die Anforderungen

Die Checkliste für den Agenten.

Liest jedes Ticket, egal welches Format
Normalisiert in den gemeinsamen Rahmen
Markiert Lücken und fragt nach
Legt einen Plan zur Abnahme
Liefert die Kennzahlen
Analysiert, setzt nicht um
Pause

Pause. In 15 Minuten geht es weiter.

Danach bauen wir den Agenten.
Willkommen zurück

Jetzt bauen wir den Agenten.

Schritt für Schritt. Sechs Schritte.
Bevor wir bauen

Welches Modell wofür.

Haiku
Nie manuell wählen. Claude nutzt es selbst für Unteraufgaben.
Sonnet
Die Basis für alles Alltägliche.
OpusGoldstandard
Der Goldstandard für eure komplexen Aufgaben, mit 4x so großem Context-Window wie Sonnet.
Fable
Nur punktuell für die härtesten Aufgaben. Tokenintensiv und teuer.
Die Empfehlung pro Ticket liefert euch künftig der Agent gleich mit.
Bevor wir bauen

Wie viel Effort pro Aufgabe.

Euer Arbeitsbereich
low
medium
high
xhigh
max
01Euer Arbeitsbereich: high bis xhigh.
02Claude regelt im Hintergrund selbst nach, wenn Subagents mehr brauchen.
Sonderfall
ultracode ist kein Effort-Level. Es läuft auf xhigh und lässt zusätzlich mehrere Agenten im Workflow zusammenarbeiten, die sich gegenseitig prüfen. Beste Qualität, höchste Kosten, nur für die härtesten Aufgaben.
Bevor wir bauen

In welchem Modus arbeitet Claude.

Manuell
⏸ manual mode on
Claude fragt vor jeder Änderung. Zum Reinkommen okay, auf Dauer langsam.
Accept Edits
⏵⏵ accept edits on
Datei-Änderungen laufen automatisch durch, alles andere wird weiter gefragt.
Auto
Empfehlung fürs tägliche Arbeiten
⏵⏵ auto on
Arbeitet lange Strecken eigenständig durch, mit Sicherheits-Checks im Hintergrund. Kann Systemänderungen vornehmen, jedoch keine kritischen.
Plan-Modus
⏸ plan mode on
Claude liest und plant nur, fasst nichts an. Für Schritt 2, vor jedem größeren Bau.
Bypass Permissions
⏵⏵ bypass permissions on
Nickt alles ab, keine Checks mehr. Nur in isolierten Umgebungen, im Kundenkontext praktisch nie.
Schritt 1 von 7

Setup-Check.

aJira-MCP läuft.
bSuperpowers gemeinsam installieren.
cEuer echtes Ticket samt Kommentaren ziehen.
CheckpointDein Ticket ist drin.
Schritt 2 von 7

Die Umsetzung planen.

Das Konzept steht. Jetzt planen wir den Bau, im Plan-Modus.
> Ich will einen Ticket-Agenten bauen. Er bringt jedes Ticket, egal welches Format, in denselben Rahmen und normalisiert:
  - Ziel
  - Kontext und Systeme
  - Umsetzungsschritte
  - Akzeptanzkriterien
  - offene Fragen und Annahmen
  - Grenzen und Abhängigkeiten
Fehlt etwas, markiert er die Lücke und fragt nach. Pro Ticket schätzt er Komplexität 1 bis 10, Aufwand klassisch und mit KI, und ob sich Fable lohnt. Den Flow lassen wir erst theoretisch laufen. Wenn er läuft und funktioniert, soll er auch in Jira reinschreiben und das Original-Ticket unten dranhängen.
Plane die Umsetzung.
CheckpointEin Plan liegt vor dir.
Schritt 3 von 7

Den Plan prüfen.

aMit eurer Erfahrung lesen: Passt das? Fehlt was?
bKorrekturen vornehmen lassen, wenn nötig.
cDann freigeben.
CheckpointDu würdest mit diesem Plan starten.
Schritt 4 von 7

Bauen lassen.

aClaude baut.
CheckpointDein Agent existiert.
Schritt 5 von 7

Testen und verfeinern.

aLasst den Agenten über euer echtes Ticket laufen.
bErgebnis bewerten: Was ist gut, was fehlt?
cFeedback geben und iterieren.
CheckpointZweiter Lauf ist besser als der erste.
Schritt 6 von 7

Aus der Anleitung einen Skill bauen.

aMit dem Skill-Creator die Ticket-Struktur als Skill bauen.
bAls Command speichern: /jira-ticket
Nutzen
Nachschärfen
Besser nutzen
Ein Skill ist nie statisch. Er wird mit jeder Iteration besser.
CheckpointDein Command ist gespeichert.
Schritt 7 von 7

Den Agenten vollenden.

aEinen Rhythmus festlegen, z.B. jeden Morgen.
bAls Schedule eintragen, damit er von selbst läuft.
cEinmal laufen lassen und abnehmen.
Der AgentTicket-Agent
Rhythmusläuft täglich
Skilldie Ticket-Struktur
MCPZugang zu Jira
Ein Agent aus dem, was ihr heute gebaut habt.
CheckpointDein Agent läuft von selbst.
Nach heute

Ihr übt am eigenen Projekt weiter.

Bis Donnerstag
01Workbook: Übungen am eigenen Projekt.
02Bei Fragen und Ideen: der Slack-Kanal.
Ausblick
Heute: die Annahme gebaut.
Nächster Termin, Donnerstag: die Übergabe. Ein Agent, der eure Abgaben prüft, bevor sie zum Kunden gehen.

Was nimmst du mit?

Danke.

Wir sehen uns Donnerstag.